Sandsteinfassade der Kirche Heiliger Karl Borromäus teilweise saniert

Der  Pfarrei Neustadt  fehlen noch 13000 Euro zur Kirchensanierung

  Neustadt. Fast 150 Jahre ist sie alt, die katholische Kirche Neustadts Heiliger Karl Borromäus. Inzwischen hat die Zeit ihre Spuren an dem monumentalen Bau gelassen.

Zur Kirchengeschichte: Gut 200 Jahre vor dem Kirchenbau setzte sich das Fürstenhaus für die Wiederbelebung des katholischen Glaubens in der Region ein. Mit der Reformation waren die Bürger zum evangelischen Glauben gewechselt. 

Das erste kirchliche Domizil in Breuberg war1621 die Kapelle auf der Burg Breuberg. Anbetracht dieser Tatsache, eine katholische Einrichtung zu haben und vor allem des Zuspruchs von Höfen und Mühlen aus dem Besitz des Fürstenhauses wanderten mehr Katholiken in die Breuberger Region.

Aber noch sollten die katholischen Bürger Breubergs, beziehungsweise Stadtteile des heutigen Breubergs,  200 Jahre auf Pfarrei und geregelte Seelsorge warten. Im Jahr 1806 mussten Neustadts wie der umliegenden Orte Katholiken erstmals nicht mehr nach Mömlingen, um eine katholische Messe zu erreichen. Ein Kapuzinermönch hatte sich  im damalig so genannten „Tiergarten“ niedergelassen. Hier entstand später das heutige Sant-Marienhaus als erstes Waisenhaus des Odenwaldes. Er hielt die Messen in der Burgkapelle. Nach seinem Tod 1811 gab es bereits über 1000 Katholiken rund um den Breuberg, so dass sich das Bischöflische Ordinariat in Mainz sowie das Fürstliche Haus Löwenstein veranlasst sahen, in Neustadt eine eigene Pfarrei einzurichten. Die fürstliche Familien Löwenstein-Wertheim-Rosenberg stellte damals die Bezahlung eines Pfarrers sicher. Die Pfarrei betreute damals rund 40 Ortschaften rund um den Breuberg. Die Kapelle auf der Burg wurde den Bedürfnissen der katholischen Gemeinde Breubergs zu eng,  so dass 1848 die Pläne zum Kirchenbau in Neustadt entstanden.  Ein Jahr später wurde sein Plan realisiert. Grundsteinlegung war am 15. Mai 1849. Ein Teil des Grundstückes stellte Graf Ludwig V. von Erbach-Schönberg zur Verfügung, der Bau wurde insbesondere von Fürst Karl zu Löwenstein gefördert. Somit galt die Namensgebung der Kirche und Pfarrei dem Namenspatron der Fürstenfamilie zu Löwenstein, dem Heiligen Karl Borromäus. Die Kirche wurde mit Natursandsteinen gebaut. Die Gesamtkosten des Kirchenbaus betrugen nach der damaligen gräflichen Währung 8065 Florentiner Gulden und 32 Kronen. Am 6. November 1849 wurde die Kirche eingeweiht.

  Zahl der Katholiken nach dem Krieg stark angestiegen  

Noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurden von Neustadt aus Katholiken über Lützelbach bis  Bad König betreut. In den ersten Jahren des neuen Jahrhunderts entstanden in diesen Orten auch eigene Pfarreien.

Als nach dem Zweiten Weltkrieg die Vertriebenen aus dem Sudetenland sich in der Region ansiedelten wuchs die zahl der Katholiken Breubergs weit über das Doppelte an. Die Zuständigkeit musste nochmals geteilt werden, in Höchst wurde eine eigene Pfarrei eröffnet und so zählt zu Neustadt bis heute Sandbach, Rai-Breitenbach, Mühlhausen, Hainstadt und Wald-Amorbach.

Inzwischen ist die Natursteinfassade des mächtigen Kirchenbaus durch Wetter und Emissionen mitgenommen. Im vergangenen Jahr entschied sich Pfarrer Josef Schachner die Sandsteinfassade zunächst auf der stärker angegriffenen Wetterseite zu sanieren. Eine Fachfirma für Kirchen- und Denkmalsanierung wurde hiermit beauftragt. Die Spezialisten sind seit einem halben Jahr hier tätig und stehen nun unmittelbar vor dem Abschluss der Maßnahme. Sie verfugten die Natursandsteine neu, tauschten partiell aus und reinigten die Fenstergewände. Die Gesamtkosten der Maßnahme belaufen sich  61500 Euro. Das Bistum Mainz hat die Hälfte der Kosten übernommen. Die andere Hälfte, so Pfarrer Josef Schachner, wollte die Pfarrgemeinde aus eigenen Kräften tragen.  Beim Pfarrfest im Juni konnte bereits ein großer Teil dazu erwirtschaftet werden. Noch fehlen aber 13000 Euro, hier hofft der Pfarrer auf Hilfe und Spenden.

Unter dem Verwendungszweck Sanierung der Kirche können Spenden auf das Konto „Katholische Kirchengemeinde Neustadt“, Sparkasse Odenwaldkreis, Konto Nr. 220 020 26, Bankleitzahl 508 519 52 eingezahlt werden.

 

   

   

Zwei Spezialisten für historische Bauten bei der Arbeit: Stephan Erich (vorne) und Markus Kiehm sanierten die vergangenen Monate die Sandsteinfassade an der Nord- und Westseite der katholischen Kirche in Neustadt. Noch  fehlen die restlichen Mittel für die Sanierung.