Papst und Berlin live erleben!

 

 

Für eine Gruppe von 22 Teilnehmern, überwiegend aus der Pfarrei Breuberg-Neustadt, startete die Reise am Donnerstag, 22.09.2011 um 5.00 Uhr an der katholischen Kirche Neustadt. Christlichen Beistand erhielten wir von Pfarrer Josef Schachner und Herrn Kai Wornath, Seminarist im Priesterseminar Mainz, der auch die Laudes, das kirchliche Morgengebet im Bus mit uns betete.

Bereits um 13:30 Uhr in Berlin- Hohenschönhausen angekommen, bezogen wir unsere Zimmer und machten uns kurze Zeit später mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf den Weg zum Olympiastadion. Dort durchliefen wir schleppend Ticket-, Taschen - und Personalausweiskontrollen, kamen aber noch rechtzeitig auf die für uns reservierten Plätze auf der Tribüne genau gegenüber dem Altar an.

Die Stimmung war ausgelassen und freudig erregt. Als das Papamobil ins Stadion einfuhr, blieb keiner auf seinen Plätzen. Wir jubelten, applaudierten, stimmten in die „ Papa-Rufe“ ein und als Papst Benedikt XVI. das 1. Kind im Wagen segnete, blieb kein Auge mehr trocken. Es war ein ergreifendes Erlebnis und wir waren froh, dabei zu sein. Die Messe verlief ruhig und diszipliniert, für die Kommunionausteilung standen 900 Helfer bereit und nach dem 2-stündigen Gottesdienst waren wir zwar etwas durchgefroren, aber beseelt und in unserem Glauben gestärkt.

Wir traten gemeinsam den Rückweg an, machten einen Zwischen-Stopp in den Hackerschen Höfen im Jugendstil-Ambiente und kamen gegen 24.00 Uhr im Hotel an.

Gut ausgeruht empfingen wir am nächsten Morgen nach dem Frühstück unseren Guide (Stadtführer), der uns mit unserem Bus durch Berlin führte. Die Eroberung der Stadt 1945 durch die Rote Armee, die Teilung und den Mauerfall 1989, den Aufbau und Berlin als Hauptstadt seit 1999 wurden uns sehr niveauvoll und eindrucksvoll erläutert, dass uns eine Ausdehnung der Stadtrundfahrt sehr gelegen kam. So hatten wir noch knapp vier Stunden die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Berlins, aber auch das Übernachtungsquartier unseres Papstes und sogar den polnischen Kardinal Glemp auf unserer Rundfahrt getroffen. Die Reise endete am Sony-Center und nach einer Stärkung entdecken wir Berlin erst einmal zu Fuß. Unser 1,5-stündiger Marsch brachte uns zur Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, bestehend aus unzähligen blauen Mosaiken. Leider konnten wir das Innere wegen Renovierungsarbeiten nicht betreten, ließen unsere Enttäuschung aber im legendären Café Kranzler zurück und folgten dann unserer Jugend in einen Dunkin-Donut-Laden und in ein Hard-Rock-Café. Geprägt von dem Berliner Leben, machten wir uns dann in Richtung Kreuzberg auf, um im angeblich besten Döner-Laden Berlins zu speisen. Der Weg dorthin gestaltete sich aufregend. Eine vermeintliche Bombe entpuppte sich in der U-Bahn als Musikverstärker einer Straßenmusikergruppe, die dann mit den Odenwäldern die U-Bahn rockte, oder der Ausfall der Rolltreppe in einem U-Bahnhof war eine geplante Tat, um den Touristen aus dem Odenwald auch noch die Geldbörse zu entwenden. Wir ließen und jedoch nicht entmutigen, stärkten uns mitten in Kreuzberg mit Döner & Co. und machten uns wieder auf den Weg ins Hotel, der etwas glimpflicher verlief. Nach einem Mitternachtstrunk gingen wir erschöpft zu Bett.

Am nächsten Morgen nach dem aus-checken ging eine Gruppe Interessierter zu dem nahe gelegenen Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen, um sich dort in die Foltermethoden und Grausamkeiten des   DDR-Regimes durch eine eindrucksvolle Führung zu überzeugen. Dieses ehemalige sowjetische Speziallager und Untersuchungsgefängnis des Ministeriums für Staatssicherheit ist eine Gedenkstätte. Im Anschluss daran fuhren wir mit dem Bus direkt zum Bundestag, denn dort wurden wir um 13:00 Uhr als Gäste erwartet. Auch hier hatten wir Personen-, Personalausweis- und Taschenkontrolle, auch Leibesvisitation gehörte dazu. Dann saßen wir auf der Zuschauertribüne und hatten Blick auf die Plätze des Plenums. Ein Historiker brachte uns die Geschichte des Reichstags ausdrucksvoll näher und nach 1-stündiger Ansprache durften wir, versehen mit Head-Sets die Glaskuppel des Reichstagsgebäudes besichtigen.

Im Anschluss daran gingen wir zum Brandenburger Tor, der aufgrund des Berlin-Marathons und den Menschenmengen etwas an Charme verlor. Dann ging es weiter zur Holocaust-Gedenkstätte. Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas im Zentrum Berlins ist die zentrale Holocaust-Gedenkstätte Deutschlands, ein Ort der Erinnerung und des Gedenkens an die bis zu sechs Millionen Opfer. Das Denkmal besteht aus dem von Peter Eisenman entworfenen Stelenfeld sowie dem unterirdischen Ort der Information, welches von uns besichtigt wurde.

Von hier aus sollten wir von unserem Bus zur Heimfahrt abgeholt werden. Leider kam dieser wegen diverser Straßensperren aufgrund des Berlin-Marathons nicht zum Treffpunkt und wir hatten ein letztes Mal Gelegenheit, die S- und U-Bahnen in Berlin zu nutzen. Vom Brandenburger Tor aus fuhren wir zum Roten Rathaus am Fernsehturm. Dort wurden wir vom Busfahrer, Herr Gottschalk der Fa. Ramsauer, erwartet und starteten unsere Heimreise nach einem kurzen Aufenthalt an Berlins bekanntester Curry-Wurst-Bude, da ja bekanntlich die Curry-Wurst in Berlin entdeckt wurde. In Neustadt kamen wir problemlos am 24.09.2011 nachts um 2:00 Uhr an. Trotz Müdigkeit und den Kopf noch voller Eindrücke, beschlossen wir schon auf dem Nachhauseweg, dass wir unbedingt wieder eine Fahrt gemeinsam unternehmen sollten.

B. Golak