Geschichte

Von der Gründung bis zum Neuanfang nach dem Krieg

"Die im Gemarkungsgebiet der Gemeinde Sandbach liegenden Industriebetriebe und öffentlichen Anstalten begründen für Sandbach ein besonderes Bedürfnis nach solchen Einrichtungen, die dazu da sind, Menschenleben und Besitzungen zu schützen. Die Verarmung Deutschlands erhöht den Wert der Gebäulichkeiten so, dass es schade ist für jedes Stück Volksvermögen, das den Elementen zum Opfer fällt."

Dies waren die einleitenden Worte zur Gründungsversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Sandbach am 31.Januar 1932. Bürgermeister Philipp Karg konnte neben einer großen Anzahl interessierter junger Männer auch den Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes Bürgermeister Dengler und Feuerwehrinspektor Wacker, beide Erbach, begrüßen.

Erfreut stellte Bürgermeister Karg fest, dass bereits 38 junge Männer ihren Beitritt als aktive Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Sandbach bekundet hatten. Auch die Lehrerschaft des Ortes war vollzählig vertreten, um mit Rat und Tat der guten Sache zu dienen.

Die erste von der Versammlung gewählte Vorstand setzte sich wie folgt zusammen:

Vorsitzender Bürgermeister Philipp Karg

Brandmeister Georg Karg

Brandmeister-Stellvertreter Johannes Haas

Schriftführer Berufsschullehrer Georg Schmidt

Rechner Lehrer Rohde

Zeugmeister Adam Schwinn

Vereinsdiener und Kassierer Schutzmann Müller

Der Monatsbeitrag für "inaktive" Mitglieder wurde auf 30 Pfennig festgesetzt.

Neben persönlicher Ausrüstung und anderen Geräten war bereits eine 12 m lange fahrbare Holzleiter vorhanden. Alle Geräte befanden sich in einem tadellosen Zustand, so dass der neuen Wehr der Anfang erleichtert wurde. Dies war das Fazit von Feuerwehrinspektor Wacker.

Am 26.Februar 1932 wurde die Satzung für die Freiwillige Feuerwehr Sandbach verabschiedet. Der Mitgliederstand bei den Aktiven hat sich auf 44 erhöht.

Im Jahr 1934 wurde eine Tragkraftspritze TS 8/8 beschafft.

Am 21.August 1936 wurde in einer Mitgliederversammlung aufgrund neuer Vorgaben der neue Führerrat gewählt, der sich wie folgt zusammensetzte:

Wehrführer Georg Karg

Wehrführer-Stellvertreter Johannes Haas

Schriftführer und Kassenwart Philipp Trumpfheller

Gerätewart Adam Schwinn

Löschmeister Philipp Fischer

Jakob Karg

Wilhelm Pilger

Der Führerrat sowie die anwesenden Feuerwehrkameraden wurden im Anschluss durch Bürgermeister Johannes Fleck vereidigt.

Mit der Niederschrift über eine Führerratssitzung am 13.Januar 1937 enden die Aufzeichnungen im Protokollbuch der Freiwilligen Feuerwehr Sandbach.

Ab dem Jahr 1938 war die Freiwillige Feuerwehr Sandbach durch den Ankauf eines Horch Mannschaftswagens motorisiert. Dieses Fahrzeug war gleichzeitig Zugfahrzeug für die Tragkraftspritze, die auf einer Lafette verlastet war.

Mittlerweile schrieb man das Jahr 1941. Die Freiwillige Feuerwehr Sandbach wurde der Feuerschutzpolizei angegliedert und erhielt ein LLG mit TSA (Leichtes Löschgruppenfahrzeug mit Tragkraftspritzenanhänger). Das Fahrzeug war ein Mercedes-Benz mit Metz-Aufbau, die Metz-Tragkraftspritze wurde von einem DKW-Motor angetrieben.

Mit diesem Fahrzeug hatte die Freiwillige Feuerwehr Sandbach eine Reihe Kriegseinsätze zu bestehen. So waren nach den verheerenden Bombenangriffen der Alliierten Einsätze in Darmstadt, Frankfurt, Offenbach, Frankenthal und gar in Kassel zu bestehen.

Erfreulich war, dass alle Kameraden nach den Einsätzen, bei denen sie oft eine ganze Woche und länger unterwegs waren, wieder wohlbehalten zu ihren Angehörigen zurück kamen.

Nach Ende des zweiten Weltkrieges, aus dem einige Kameraden nicht mehr heimkehrten, übernahm am 26.August 1945 Wilhelm Pilger als "Erster Hauptmann" offiziell die Führung der Wehr. Als "Zweiter Hauptmann" wurde Adam Hallstein III gewählt. Und so sah der erste "Nachkriegsvorstand" aus:

Hauptmann Wilhelm Pilger

Hauptmann Adam Hallstein

Schriftführer Friedel Klein

Kassenwart Philipp Fischer

Zeugmeister Philipp Trumpfheller

Gerätewart Philipp Stockum

Kassierer Eduard Rohmann